->enter the newsletter
->mail
->HOME

integer LOGO



Während eines Ausritts im seeumspülten, windigen Schleswig Holstein stürzt er von seinem stählernen Pferd; hinein in glitzernde Flächensounds voller Violinen, die wie tausend Sonnen strahlen. Da liegt er im Gras, bis plötzlich etwas aus dem Licht tritt: ganz und gar aus Platinen und Leitungen, auf seinen schmalen Schultern eine große schwarze Tasche; in ihr steckt ein portabler AudioComputer. Sie verstehen sich so gut, dass sie sich entscheiden eins zu werden. Ab dem Tag heisst er nicht mehr Daniel Prawdzik, sondern wird nur noch integer genannt.

Anschließend an dieses Erlebnis verbrachte er wohl die Hälfte seiner Zeit im alten Hamburger Hafen. Der Verfall, der einst von Menschen Hand entworfenen und hergestellten Anlagen, übt eine geheimnisvolle Anziehungskraft auf ihn aus. Verladerampen aus denen Bäume wachsen, Stahlseile, die im Wind singen, Lastkähne die in schmalen Seitenadern der Elbe langsam versinken. . .

Hier gibt es Pole, die wieder zusammenwachsen wollen. Diese ähneln der Spannung zwischen der Emotionalität und Harmonie des klassischen Songwritings und der percussiven Strukturarbeit des Technos; ein Thema, das ihn trotz zwischenzeitlicher Ablenkungen aufgrund von Schurf- und Platzwunden so schnell nicht wieder loslassen soll. Elektronische Musik an sich ließe sich als eine Auseinandersetzung mit dieser Sache verstehen. Vielleicht will sie das Gleichwicht zwischen den Gefühlen und einer zivilisierten, technischen Welt wieder herstellen, indem sie versucht beide zu vereinen.
Inzwischen ist er glücklicher Wahlberliner . . .